Zwei Veranstaltungshinweise und ein neuer Terminblog für die Region

Hallo an alle,

am kommenden Dienstag (27.11.) wird im Club Vaudeville in Lindau die Dokumentation „Blut muss fließen“ gezeigt. Im Anschluss gibt es exklusive Aufnahmen mit Bezug zu einer Naziband aus der Region und die Möglichkeit zum Austausch mit dem Regissieur des Film und mit Journalisten, die in der Region zu dem Thema arbeiten. Einlass ist um 19:30 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Eine weitere Möglichkeit sich umfassend über die bedenklichen Aktivitäten von Neonazis in der Gegend zu informieren gibt es außerdem am 28.12. ab 17 Uhr im Jugendzentrum Tonne in Wangen. Dort werden Experten der Redation von Allgäu Rechtsaußen über aktuelle Entwicklungen und Problemfelder berichten. Der Vortrag ist Teil eines musikalischen Soli-Festivalls zu Gunsten von antirassistischen Aktivitäten.

Weitere Informationen zu beiden Veranstaltungen findet ihr im neuen Terminkalender des Bündnis „Links im Allgäu“. Dort gibt es auch fortlaufend Inforamtionen zu unseren eigenen und zu anderen Veranstaltungen in der Region. Reinschauen lohnt sich: http://www.linksimallgaeu.de/

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Bericht und Ausblick zur Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“

In den vergangenen Monaten kam es in Schwaben und im Allgäu zu einer Vielzahl von Kundgebungen und Demonstrationen gegen Rassismus im bayrischen Landtagswahlkampf. Im Rahmen der Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“ gingen mehrmals mehrere hundert Menschen gegen die rassistische Hetze von CSU und AfD sowie gegen die Ausgrenzung von geflüchteten Menschen und die deutsche Lager- und Abschottungspolitik auf die Straße. Immer wieder hat sich dabei gezeigt, dass auch viele Menschen, die bislang nicht oder wenig politisch aktiv waren den zunehmenden Rechtsruck in der Gesellschaft nicht mehr länger tatenlos mit ansehen wollen. Auch in kleinen Gemeinden stellten sich viele Menschen der rechtspopulistischen Stimmungsmache in den Weg. Nicht selten auch spontan und unbequem für die Hetzer_innen von AfD und CSU. Wir möchten uns bei allen Menschen, die sich gemeinsam mit uns und anderen Gruppen bei der Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“ engagiert haben herzlich bedanken. Egal ob in Lindau, Kempten, Weitnau, Oberstaufen, Ottobeuren oder sonstwo, gemeinsam konnten wir deutlich machen, dass es auch ein anderes, ein buntes und weltoffenes Bayern, jenseits von rassistischer Politik und rechter Propaganda gibt. Dieses Engagement wird auch nach der Wahl wohl dringend benötigt werden. Wir hoffen, dass sich viele bei „Keine Stimme für Rassismus“ aktive Menschen auch nach der Wahl gemeinsam mit Freund_innen und Mitstreiter_innen für ein weltoffenes Bayern und gegen Rassismus und Rechtspopulismus stark machen.

Protestkundgebung bei Merkelauftritt in Ottobeuren am 30.09.

Am 30.09. plant Angela Merkel in Ottobeuren ihren einzigen Besuch bei
einer Wahlkampfveranstaltung der CSU im bayrischen Landtagswahlkampf.
Auch Ministerpräsident Söder wird vor Ort sein und direkt vor Merkel
ebenfalls eine Rede halten. Die Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“ ruft für diesen Tag unter dem Motto: „Ausgehetzt für AfD, CSU und CDU.
Keine Stimme für Rassismus“ zu Protestaktionen auf. Wir schließen uns dem Aufruf an und möchten alle engagierten Gruppen und Einzelpersonen dazu ermutigen, sich ab 12:30 Uhr auf dem Marktplatz in Ottobeuren an der Kundgebung gegen Rassismus und rechte Hetze zu beteiligen. Gemeinsam wollen wir dort gegen die Asylpolitik der
Regierung unter Merkel protestieren und ein deutliches Zeichen für ein
weltoffenes Bayern in dem für jeden Menschen unabhängig von seiner
Herkunft ein gutes leben möglich ist setzen. Wir wollem zudem nicht
zulassen, dass die AfD die Stadt  Ottobeuren an diesem Tag zur Bühne für
ihre menschenfeindlichen Forderungen und ihre nationalistische
Propaganda macht und werden uns ihr wenn nötig entschieden in den Weg
stellen.

Demonstration: Keine Stimme für Rassismus – Kein Ankerzentrum nirgendwo

Für Samstag, den 22.09.2018 rufen zwei Initiativen zu einer gemeinsamen Bündnisdemonstration in Kempten auf. Laut der Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“ soll kurz vor der Landtagwahl in Bayern gezeigt werden, dass viele Menschen sich ein weltoffenes Bundesland jenseits der nur scheinbar alternativlosen Vorherrschaft der CSU und der rassistischen Hetze der AfD wünschen. Die neu gegründete bayernweite Initiative gegen Ankerzentren, Lagerunterbringung und rassistische Hetze „Kein Ankerzentrum nirgendwo“ hat einen eigenen Aufruftext veröffentlicht, der hier nachgelesen werden kann: http://www.keinankerzentrum.de

Die Demonstration beginnt um 14 Uhr vor dem Künstlerhaus in Kempten. Die Stadt wurde von der regierenden CSU im Mai dieses Jahres als möglicher Standort für ein Ankerzentrum ins Gespräch gebracht. Wir schließen uns dem Aufruf zur Demonstration an und wollen am 22.09. dazu beitragen ein deutliches Zeichen gegen die rassistische Hetze im Wahlkampf und die derzeit diskutierten menschenrechtswidrigen Maßnahmen in der Asylpolitik setzen.

Erneut Neonazikonzert mit rund 200 Personen im Landkreis Ravensburg

Am vergangenen Samstag hat in Stockbauren bei Aichstetten erneut ein durch die rechtsradikale Skinheadkameradschaft „Voice of Anger“ organisiertes Konzert stattgefunden. Aufgrund eines Verbotes in den benachbarten Gemeinden wichen die rund 200 Anhänger_innen der rechten Szene in den Landkreis Ravensburg aus. Hier wurde im vergangenen Jahr in Talacker bei Seibranz bereits ein weiteres deutschlandweit beworbenes Konzert durchgeführt. Wir sehen im Zusammenhang mit den Aktivitäten von „Voice of Anger“ eine dringende Gefährdung, dass sich im Umfeld der beiden Veranstaltungsorte im Landkreis Ravensburg eine rassistische und gewaltbereite rechtsradikale Szene weiter ausbreiten und verfestigen könnte. Aus diesem Grund unterstützen wir weiterhin die Petition „Kein Nazi-Treff in Bad Wurzach“  und rufen dazu auf diese zu unterzeichnen. Hierzu haben wir heute außerdem einen offenen Brief an die Bürgermeister_innen der Gemeinden Aichstetten, Bad Wurzach, Leutkirch und Aitrach verfasst. Darin sind konkrete Handlungsempfehlungen und Anfragen zum Umgang mit den steigenden rechtsradikalen Aktivitäten im Bereich der besagten Gemeinden enthalten. Wir fordern die Bürgermeister_innen dabei anknüpfend an die Petition dringend dazu auf, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um derartige Veranstaltungen in Zukunft zu verhindern. Der offene Brief kann hier gelesen werden:

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Spontankundgebung gegen Wahlkampfstand der AfD in Lindau

Wir dokumentieren hier eine Pressemitteilung der Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“ zum Protest gegen einen Wahlkampfstand der AfD am gestrigen Samstag:

In den vergangenen Monaten hat die AfD die Stadt Lindau weitgehend gemieden. Immer wieder war Sie dort bei öffentlichen Auftritten mit starken spontanen Gegenaktionen konfrontiert worden. So auch am heutigen Samstag. Bereits während die rechtspopulistische Partei noch mit dem Aufbaus ihres Wahlkampfstandes vor dem alten Rathaus auf der Lindauer Insel beschäftigt war formierte sich eine Gegenkundgebung der Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“. Mit Transparenten und Flugblättern sowie in unzähligen Gesprächen mit Passant_innen brachten die Teilnehmer_innen der Gegenkundgebung ihre Kritik an den rassistischen Positionen der AfD und deren Verbindungen zu rechtsradikalen Strukturen zum Ausdruck. Der mehr als 6 Stunden andauernden Kundgebung von „Keine Stimme für Rassismus“ schlossen sich immer wieder zufällig hinzugekommene Lindauer_innen an, so dass zeitweise etwa 20 Menschen daran beteiligt waren. Auch die mitgebrachten Müllbeutel für rechte Hetze fanden regen Zuspruch und waren nachdem die AfD wieder abgereist war prall mit deren Propagandamaterial gefüllt.

Obwohl die AfD mit Verstärkung aus dem gesamten Umland angereist war und auch von Ex-CSU-Oberbürgermeisterkandidat Rothfuss aktiv unterstützt wurde ist sie heute erneut damit gescheitert in Lindau Fuss zu fassen. Wir hoffen das dies auch in Zukunft so bleibt und werden uns der rechtspopulistischen Hetze der AfD und auch ihrer Freund_innen bei der CSU und anderen Parteien auch weiterhin in den Weg stellen. In Lindau und auch anderswo.

Für ein weltoffenes Lindau und für eine Welt in der jeder Mensch unabhängig von seiner Herkunft die Chance auf ein gutes Leben hat.

Die Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“ geht während der gesamten Landtagswahl in Bayern weiter. Informationen zu weiteren Aktivitäten findet ihr z. B. Auf unserer Facebookseite. Der Aufruf zur Kampagne finden sich hier

(https://initiativegegenrassismus.files.wordpress.com/2018/04/keine-stimme-fc3bcr-rassismus-e28093-aufruf-zur-kampagne-gegen-rassismus-und-rechtspopulismus-anlc3a4sslich-der-landtagswahl-in-bayern.pdf)

Lindau, 07.07.18

Keine Stimme für Rassismus – Kampagne gegen Rassismus und Rechtspopulismus im Wahlkampf

https://www.facebook.com/Keine-Stimme-für-Rassismus-793193257516690/

Kontakt: keine-stimme-fuer-rassismus@riseup.net

Gegenwind für Nazitreff in Bad Wurzach

* Petition gegen Nazitreff in Bad Wurzach bereits mit mehreren hundert Unterzeichner_innen * Infostand auf Wochenmarkt erregt weitere Aufmerksamkeit und viele positiven Rückmeldungen * Bürgermeister lädt zu Ersatztermin für Informationsveranstaltung über Rechtsextremismus in der Region ein *

Anfang Oktober feierten Rechtsextreme bei Seibranz in der Gemarkung Bad Wurzach ein konspirativ organisiertes Konzert mit über 250 aus dem ganzen Bundesgebiet und dem nahen Ausland angereisten Neonazis. Wenig später wurde bekannt: Das Gehöft im Bereich Talacker gehört einem Mitglied der extrem rechten Skinheadkameradschaft „Voice of Anger“, die hier weitgehend ungestört ihr 15jähriges Jubiläum feiern konnte. Eine Petition mit dem Titel „Kein Nazitreff in Wurzach fordert deshalb: „Das Gebäude darf sich nicht zum Treff für die Neonaziszene der ganzen Region entwickeln! Die Behörden müssen prüfen, welche Möglichkeiten bestehen, um künftige Neonaziveranstaltungen in Bad Wurzach und dem Landkreis Ravensburg zu verhindern und diese Möglichkeiten konsequent ausschöpfen.“ Dieser Petition haben sich bereits mehrere hundert Unterzeichner_innen angeschlossen. Eine Übergabe ist in wenigen Wochen an die neu gewählte Bürgermeisterin von Bad Wurzach Alexandra Scherer geplant.

Das regionale antifaschistische Bündnis LiA (Links im Allgäu) hat auf dem Wochenmarkt in Bad Wurzach heute mit einem Infostand auf die Problematik aufmerksam gemacht. Dabei wurden eine Vielzahl von Gesprächen geführt und weitere Unterschriften für die Petition gesammelt. Auch die Verwaltung der Gemeinde Bad Wurzach will sich verstärkt mit dem Thema befassen. Mit einer städtischen Infoveranstaltung soll dabei laut dem amtierenden Bürgermeister Roland Bürkle über die entsprechende Szene in der Region informiert und die Bevölkerung für das Thema sensibilisiert werden. Wie die Schwäbische Zeitung bereits vor einigen Monaten berichtete, war eine erste gleich lautende Veranstaltung, nach Gegenwind durch ein CDU-Mitglied im Stadtrat aufgrund einer Erkrankung des Bürgermeisters abgesagt worden. Diese wird nun am 04.07.2018 ab 19 Uhr im Kurhaus Bad Wurzach nachgeholt. Wir begrüßen den Nachholtermin der Veranstaltung und rufen weiterhin dazu auf die Petition zu unterzeichnen und die Veranstaltung zu besuchen. Auch Bürkle’s Nachfolgerin wird sich wohl intensiv mit der lokalen Naziszene auseinandersetzen müssen.