AfD-Veranstaltung verlegt, Rothfuß greift erneut Journalisten an

Nachdem wir den geheimgehaltenen Veranstlatungsort für die schon mehrfach verlegte Gründungsfeier der AfD Lindau öffentlich gemacht und Proteste angekündigt haben hat sich der Wirt aus Eggenreute von einer Zusammenarbeit mit der Rechtsaußenpartei distanziert. Der Lindauer Ortsvorsitzende Rainer Rothfuß muss nun ins Stammlokal der allgäuer AfD nach Oberstaufen ausweichen. Auch dort, am Bassano,  wird es am 21.1. also erneut Proteste geben. In einer aktuellen Stellungnahme geht Rothfuß verbal wieder einmal gegen Journalisten vor. Wir haben hierzu einen offenen Biref an ihn verfasst, den wir untenstehend dokumentieren:

Sehr geehrter Herr Rothfuß,

bezugnehmend auf Ihre erneuten verbalen Angriffe auf Medienschaffende in Ihrer heutigen Stellungnahme möchten wir uns nochmals direkt mit einigen Klarstellungen und Einschätzungen an Sie wenden. Wir hoffen, dass diese Ihnen dabei hilfreich sein können Ihren offenbar zunehmend schwindenden Realitätsbezug zumindest teilweise wieder zu erlangen:

1. Ihre mittlerweile standardmäßigen Versuche Veranstaltungsorte Ihrer Partei geheim zu halten erzeugen einen äußerst unseriösen Eindruck insbesondere in Hinblick darauf, dass Sie wohl derzeit beabsichtigen sich bei der anstehenden Kommunalwahl um gleich drei öffentliche Ämter zu bewerben. Große Teile der Zivilgesellschaft in Lindau und Umgebung haben erkannt, welche Gefahren von der rechten Hetze Ihrer Partei ausgehen. Auch Ihre eigenen Verstrickungen in rechtsradikale Kreise sind zwischenzeitlich ebenso bekannt wie verschiedene untragbare verschwörungsideologische Aussagen Ihrerseits. Aus diesem Grund werden Sie auch weiterhin überall dort wo Sie auftreten mit Gegenprotesten rechnen müssen. Diese Proteste sind aus unserer Sicht unerlässlich um der durch Sie und Ihre Partei betriebenen Normalisierung rechtsradikaler Positionen entgegenzuwirken. Dies ist auch der Grund warum wir die von Ihnen geheimgehaltenen Orte mehrfach öffentlich gemacht haben.

2. Auch der geplante Veranstaltungsort in Eggenreute würde entgegen Ihrer Behauptung nicht durch den Journalisten Sebastian Lipp, sondern durch unsere Initiative veröffentlicht. Dies ist als direkte Reaktion auf einen Bericht in der Lindauer Zeitung geschehen in dem Sie selbst von einem Gasthof „im Grenzgebiet des Landkreises Ravensburg“ sprechen der bereit sei, der AfD „an seinem Ruhetag die gesamte Gastwirtschaft zu reservieren“. Damit war der Klosterhof in Eggenreute gemeint, der sich nun öffentlich von einer Zusammenarbeit mit der AfD distanziert hat. Dass Sie für den 21.1. nun ins letzte verbliebene Stammlokal des Kreisverbandes Oberallgäu/Kempten/Lindau, das Restaurant Bassano in Oberstaufen, ausweichen wollen ist uns bekannt. Der Ort wurde bereits gestern durch die Kampagne „Keine Stimme für Rassismus“ öffentlich gemacht. Auch eine Kundgebung vor Ort wurde bereits angemeldet. Das Axel Keib, der selbst aktives Mitglied Ihrer Rechtsaußenpartei mit Verbindungen in verschwörungsideolgische Kreise ist Ihnen sein Lokal zur Verfügung stellt ist wenig überraschend. Uns erschließt sich allerdings in keiner Weise worin der Sinn einer Gründungsfeier des Lindauer Ortsverbandes im doch recht weit von Lindau entfernt liegenden und nicht zum Landkreis zugehörigen Oberstaufen bestehen soll.

3. In Baden-Baden haben Sie sich vergangene Woche mit rechtsradikalen Aktivisten eine Bühne geteilt, die teils direkte Bedrohungen gegen die im benachbarten Gebäude befindlichen Mitarbeiter_innen des SWR ausgesprochen haben. Immer wieder sind auch Sie selbst zunehmend (wie zuletzt in ihrer heutigen Stellungnahme) durch verbale Angriffe auf Journalisten und Gegner_innen Ihrer Partei aufgefallen. Diese Angriffe sind ebenso wie Ihre Zugehörigkeit zur AfD absolut unvereinbar mit Ihrer versuchten Selbstinszenierung als Friedensmensch und Lichtbringer.

Mit freundlichen Grüßen

Initiative gegen Rassismus – Westallgäu

Lindau, 12.01.2020

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