Stellungnahme zu den Streitigkeiten um Veranstaltungsorte der AfD in der Region

Im Allgäu und in Oberschwaben bekommt die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) verstärkt Gegenwind bei der Durchführung ihrer Veranstaltungen. Neben einer inhaltlichen Kritik an den rassistischen und rechtspopulistischen Aktivitäten der AfD wird dabei in der Region verstärkt auch die Forderung gegenüber den Veranstaltungsorten laut, rechter Hetze keine Räume anzubieten. Zwei Wirte in Ravensburg/Weingarten haben nun eingelenkt. In einem Artikel der „Schwäbischen Zeitung“ (http://www.schwaebische.de/region_artikel,-Wirte-wollen-keine-AfD-Veranstaltungen-mehr-_arid,10705689_toid,541.html) meldet sich der Betreiber des „Gasthaus Rössle“ umfassende zu Wort. Er will keine weitere Veranstaltung mit der AfD durchführen. Das selbe gilt für den Betreiber des „Gasthofs zur Kiesgrube“. In beiden Gaststätten hatten zuvor, laut Auskünften der Wirte bereits mehrere, Veranstaltungen stattgefunden. Damit hat die AfD ihre 2 wichtigsten Veranstaltungsorte im Landkreis verloren und gleichzeitig einen deutlichen öffentlichen Dämpfer erhalten.

Nun wird auch im bayrischen Teil Schwabens der Druck auf Gaststätten, die regelmäßig der AfD ihre Türen für ihre Veranstaltungen öffnen größer. Auf einer linksalternativen Plattform kursiert ein Boykottaufruf, in dem sämtliche entsprechende Lokale im Bereich des AfD Ortsverbandes Oberallgäu/Kempten/Lindau mit Namen und Kontaktdaten benannt werden. Darin heißt es unter anderem: „Wer diesen menschenverachtenden Ideologien die Möglichkeit verschafft, ein breites Publikum zu erreichen, vergrault den relevanten Teil seiner potentiellen Gäste, die noch immer weltoffen, tolerant und menschenfreundlich sind – was langfristig zu Recht zur nachhaltigen Schädigung des Rufs der jeweiligen Gastronomie führen wird. Deshalb rufen wir zum Boykott sämtlicher Räume, die der AfD eine Plattform für ihre menschenverachtende Hetze bieten!“

Betroffen ist neben dem Goldenen Adler in Weitnau, dem Haus Hochland in Kempten und der Pizzeria Bassano in Oberstaufen auch die Gaststätte Birkenmoos in Lauben. Dort hatten zuletzt mehr als 100 vorwiegend einheimische Menschen gegen eine Veranstaltung mit Beatrix von Storch protestiert. Auf Einladung des örtlichen Direktkandidaten Peter Felser soll nun am 03.08. bereits die nächste Wahlkampfveranstaltung dort stattfinden. Der Gemeinderat von Lauben hat bei seiner letzten Sitzung grünes Licht für weitere derartige Veranstaltungen gegeben. Die Gemeinde wird als Eigentümerin des Birkenmoos also der rechten Hetze, die nun zum vierten mal in ihrem Dorf Einzug halten kann, keinen Riegel vorschieben. Es obliegt nun dem Betreiber der Gaststätte vor dem Hintergrund der jüngsten Entwicklungen seine Zusammenarbeit mit der rechtspopulistischen AfD nochmals zu überdenken. Nicht nur anhand ethischer Maßstäbe, sondern nun auch mit Blick auf seine eigenen wirtschaftlichen Interessen. Wie sich die Einwohner_innen von Lauben und anderen Orten mit Stammlokalen der AfD nun zu alldem verhalten, wird wohl einen großen Einfluss darauf haben, wie viele Spielräume den Rechtspopulisten um Peter Felser in Zukunft im Allgäu noch zur Verfügung stehen.

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