Starker Gegenwind für AfD in Niederstaufen

Am gestrigen Abend, dem 01.02. um 19:30 Uhr, hatte die sogenannte „Alternative für Deutschland“ (AfD) im Gasthaus Zum Löwen in Niederstaufen eine öffentliche Veranstaltung geplant. Gastredner Georg Pazderski von der Berliner AfD sollte zum Thema: „Sicherheit in Zeiten der Massenzuwanderung“ sprechen. Einmal mehr wollte die AfD damit mit ihrer rassistischen Stimmungsmache Ängste schüren und für ihr eigenes nationalistisches und rechtspopulistisches Programm werben. Und einmal mehr kam dabei – wie zumeist im Landkreis Lindau – für die Veranstalter_innen von der AfD fast alles anders als geplant.

Schon am frühen Abend waren an verschiedenen Häuserwänden an der viel befahrenen Durchgangsstraße Projektionen und in einem Garten eine künstlerische Installation nicht zu übersehen. Mit einem Zitat des Holocaust-Überlebenden Max Mannheimers wurde dazu gemahnt, das erstarken rechtspopulistischer Parteien und Positionen gerade in Deutschland nicht zuzulassen. Nicht zu übersehen war auch das mehr als 12 Meter breite Transparent mit der Aufschrift: „Ob Pegida oder AfD, stoppt den Rechtsruck in der BRD“, welches bereits um 18 Uhr direkt gegenüber des Gasthofes aufgespannt wurde.

Etwas später schien dann fast das halbe Dorf auf den Beinen zu sein. Gegenüber des Gasthofes sammelten sich immer mehr Menschen, die ihre Ablehnung gegen die rassistische Hetze im Saal gegenüber zum Ausdruck bringen wollten. Es wurde Tee, Würstchen und warme Suppe verteilt. Eine Vielzahl von Nachbarn und Unterstützer_innen fanden sich zusammen. Viele trugen Plakate mit dem Zitat Max Mannheimers bei sich und hatten sich bunte Schleifen angesteckt.

Als die Veranstaltung im Gasthaus Zum Löwen dann beginnen sollte wurde schnell deutlich, dass im voll besetzten Saal die große Mehrzahl der Anwesenden ebenfalls die Ansichten des Redners und der Organisatoren von der AfD alles andere als teilten. Womöglich um die Stimmung im Saal dennoch etwas zu heben oder auch wegen dem unerträglichen Inhalt der ausliegenden AfD-Flugblätter kam dann schnell auch reichlich vor Ort hergestelltes Konfetti zum Einsatz. Immer wieder waren Ablehungsbekundungen und aufbrausender Applaus für kritische Kommentare aus dem Saal zu hören. Dieser leerte sich durch den wachsenden Überdruss bei den kritischen Zuhörer_innen und teilweise auch durch das aggressive Auftreten der Ordner von der AfD zunehmen.

So war ganz zum Schluss nach der Veranstaltung nur noch ein trauriges Häufchen von etwa 20-30 Sympathisanten und Organisatoren übrig geblieben. Draußen hatten sich zwischenzeitlich hingegen mehr als 150 Menschen gesammelt. Diese machten auch bei der Abreise der AfD ihren Unmut nochmals deutlich.

Wir hoffen das die lokale Ortsgruppe der AfD nun endlich verstanden hat, dass sie mit ihren rassistischen Ansichten und Forderungen im Landkreis Lindau mit weit mehr Gegenwind als Zuspruch zu rechnen hat. Gleichzeitig freuen wir uns, dass ihr Veranstaltungsversuch in Niederstaufen so viele Leute für ein weltoffenes Allgäu und gegen Rassismus zusammengebracht hat. Die Kraft und das Engagement, das dort zu spüren war, wird wohl auch mit Blick auf die Bundestagswahl und den Rechtsruck bei anderen Parteien weiterhin dringend benötigt werden.

Hier finden sich einige Fotos aus Niederstaufen:                               https://www.flickr.com/photos/fromoutback2/sets/72157678099424331

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