Bericht, Fotos und Redebeitrag zur Demonstration „Gambians in danger“

Am gestrigen Samstag, den 10.12.2016 fand in Ravensburg eine Demonstration mit dem Motto „Gambians in Danger- Abschiebungen stoppen, Flüchtlingsrechte stärken“ statt. Die gesamte Woche über war mit vielfältige Aktionen und Informationsveranstaltungen in ganz Baden-Württemberg auf die gefährdete Lage von Menschen aus Gambia hingewiesen worden: In Gambia selbst wie auch für geflüchtete Menschen aus Gambia in Deutschland, die sich vielfach mit drohenden Abschiebungen auseinandersetzen müssen.

Die zentrale Forderung der Demonstration war ein Abschiebestopp nach Gambia aufgrund der massiven Menschenrechtsverletzungen und der autoritären Regierung im Land. Direkt in der Nacht vor der Demonstration hatte der amtierende Präsident Yahya Jammeh angekündigt seine Wahlniederlage vom 01.12 nicht zu akzeptieren und seinen Machtanspruch falls nötig auch weiterhin mit Gewalt durchzusetzen. Im Falle einer Abschiebung droht den betroffenen Menschen in Gambia alleine schon aufgrund ihrer Asylantragstellung Inhaftierung, Folter und Tod.

Mehr als 300 Personen aus dem ganzen Landkreis versammelten sich gegen 14.30 Uhr am Ravensburger Bahnhof. Hier sind Fotos von der Demonstration zu finden:  https://www.flickr.com/photos/fromoutback2/albums/72157676321001320

Nachdem der von einigen gambianischen Geflüchteten verfasste Aufruf auf deutsch und englisch verlesen worden war, machte sich der Demonstrationszug gegen 15 Uhr lautstark zur Ravensburger Innenstadt hin auf. Neben afrikanischen Trommelklängen waren politische Parolen zu hören wie beispielsweise: „Freedom of Movement is everybodys right“ und „Kein Mensch ist illegal! Bleiberecht, überall“.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Holzmarkt sammelten sich in einem großen Kreis Geflüchtete, Unterstützer_innen und Interessierte um den drei dort gehaltenen Redebeiträgen zu folgen. Ein in Wangen im Allgäu untergebrachter Geflüchteter sprach zunächst über die Situation von Asylantragssteller_innen in der BRD. Er betonte, dass kein Mensch sein Herkunftsland ohne guten Grund verlässt und bat darum ihm und allen anderen, die aus Gambia hierher flüchten mussten Zuflucht zu gewähren.

Dann folgte eine Rede der Initiative gegen Rassismus – Westallgäu, diese ist unter folgendem Link nachzulesen:

redebeitrag_gambians-in-danger_deutsch

redebeitrag_gambians-in-danger_englisch

Zuletzt war ein gambianischer Journalist zu hören, der auch auf die Geschichte des Landes und auf die schweren Menschenrechtsverletzungen durch die schon 22 Jahre andauernde Diktatur einging. Zudem betonte er in seiner Rede die koloniale Vergangenheit und die noch immer andauernden post-kolonialen Ausbeutungsverhältnisse auf dem gesamten afrikanischen Kontinent.

Wir freuen uns von ganzem Herzen über die rege Beteiligung an der Demonstration. Menschen, die sich in einer existenziellen Notlage befinden, haben sich dort mit ihren Unterstützer_innen zu Wort gemeldet um ein klares Zeichen zu setzen: Sie bitten um Solidarität und das Recht auf Asyl, das Menschen aus einem diktatorisch beherrschten und unsicheren Land wie Gambia nicht verwehrt werden darf.

Kein Mensch ist illegal! Für einen Abschiebestopp nach Gambia!

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